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CASA VELTI „Haus, Hof, Familie Valentin“ Cavelti

Das „Rätische Namenbuch“ verzeichnet gegen 200 solcher Ca-Namen, die in Romanischbünden (ausser im Engadin), hauptsächlich aber in der Surselva, zwischen etwa 1300 und 1700 als Familiennamen gebildet worden sind. Ich beschränke mich auf die gegen 40 Namen, die man im Telefonbuch der Stadt Zürich findet. Dabei ist nicht alles, was mit Ca- anfängt, ein Casa-Namen; Calonder z.B. ist von der Landschaftsbezeichnung „Calanda“ abgeleitet. Etwa 65% aller echten Ca-Namen enthalten einen Rufnamen (Vornamen), wobei oft Verkürzungen und kaum mehr kenntliche umgangssprachliche Abwandlungen vorkommen (wie bei uns z.B. Joggel und Miggel für Jakob und Emil).

Alträtoromanische (spätrömisch-frühchristliche) Namen

Dominicus: Camenisch; Donatus: Cadonau; Felix: Caflisch.

Biblische Namen

Andreas: Candrian; Balthasar: Cabalzar; David: Cadavid; Jakob: Cajacob; Joachim: Cajochen; Johannes: Cahannes, Cahans; Matthaeus: Camathias; Paulus: Capaul, Capol; Petrus: Capeder; Thomas: Cathomas, Cathomen.

Heiligennamen

Antonius:Cantieni; Georgius: Cajöri; Jodocus: Cajoos; Lucius: Caliezi, Caluzi; Martinus: Camartin; Placidus: Caplazi; Valentinus: Cavelti; Viventius: Cavegn, Caveng.

Deutsche Namen

Albert: Cadalbert; Heinrich (Heinz): Cahenzli, Carigiet; Rudolf: Cadosch, Caduff;

Ulrich: Cadisch, Caluori, Carisch; Werner (Wetzel!): Caviezel.

Schon bestehende Familiennamen

Lörtscher:Calörtscher.

Beruf oder Stand

Herzog (lat. dux): Cadotsch; Amtmann (lat. ministerialis): Camastral.

Lage des Hauses

Dorfplatz (lat. quadrivium: Wegkreuzung): Cadruvi; Wald, Dickicht (rom. spescha; dies auch schon als Familiennamen): Caspescha; „oberes Haus“: Casura; „unteres Haus“: Casutt.

Herkunft

Aus Präz (Heinzenberg): Caprez.

 

Wissenswertes zum Namenspatron der Cavelti: Valentin

Valens („der Kräftige“), davon abgeleitet Valentinus und Valentinianus  sind römische Namen; ein Valens und ein Valentinianus waren römische Kaiser.

Der Heilige Valentinus lebte als Bischof im 5. Jahrhundert; im 8. Jahrhundert wurden seine Gebeine (aus dem Südtirol?) nach Passau gebracht und er galt seither als Bischof von Passau und Rätien (ein weiter Begriff!).

In Graubünden waren ihm einige Kapellen und Altäre geweiht; so kam er offenbar als Namenspatron in Frage, wobei man von seinem verkürzten deutschen Rufnamen Welti ausging. Das war dann der Ausgangspunkt für den in manchen bündnerischen Gemeinden bezeugten Familiennamen Cavelti.

Zum Heiligen noch ein interessantes Detail: Er galt als Nothelfer bei Epilepsie, und das vermutlich deshalb, weil Deutschsprachige seinen Namen fälschlich mit F aussprachen (wie das V von Vogel); daraus liess sich eine Verbindung herstellen zwischen „Falentin“ und dem „fallend Weh“, der Fallsucht oder eben der Epilepsie.