loader-logo
Mit Internet Explorer - schlechte Darstellung! Wenn möglich anderen Browser verwenden!

Stropek Anton


geschrieben von Renate Cavelti geb. Endl (Urenkelin) aus Erzählungen

Geboren wurde Anton Stropek 1881 in 1100 Wien, wo er auch seine Frau Rosa Anna Kellner kennengelernt und 1906 geheiratet hat. Mit verschiedenen Berufen wie Hilfsarbeiter / Vorabeiter / Magazinarbeiter hat er seine Familie mit 8 Kindern ernährt.

Stropek Anton wurde mir als sehr liebevoll, sanft, geduldig und ruhig beschrieben. Um Geld zu sparen, hat er Krautplätschen oder Kohlblätter (Gemüse) am Gasherd in der Küche geröstet, bis die Blätter fast schwarz geworden sind. Anschliessend wurden diese klein geschnitten und statt Tabak in Papier gerollt und geraucht. Nicht zum Vergnügen von allen Anwesenden. Dieses Vorgehen hat immer einen sehr beissenden und im Hals kratzenden Geruch in der Wohnung verbreitet.

Am Sonntag Vormittag ging er manchmal auf ein Glaserl Wein in ein Wirtshaus. Als eines Tages seine Frau (Stropek Rosa Anna geb. Kellner) mit dem Essen früher als erwartet fertig war, wurde Rosi (damals auch noch ein kleines Mäderl) losgeschickt, um den „Meidlinger Opa“ zu holen. Da Rosi sonst nie in ein Wirtshaus ging, streckte Sie den Kopf ganz vorsichtig zur Tür hinein. Als der Wirt auf sie aufmerksam geworden war, fragte er was sie wolle. „Ich suche meinen Papa!“ hat sie erklärt und der Wirt hat sie aufgezogen und gemeint: „Welcher darf es denn sein? Such dir einen aus!“ Sie ist natürlich dem „Meidlinger Opa“ treu geblieben.

Er war sehr eitel und hätte nie zugegeben, dass er nicht mehr gut sieht. Als er bei seiner Tochter im Garten spazieren ging, ist er über die Scheibtruhe (Schubkarre) gefallen und meinte dazu: „Ich wollte drüber springen…..“.

Seine letzten Tage hatte er im Pflegeheim Lainz verbracht, wo er 1965 verstarb. Trotz Rauchverbot hatte er im Pflegeheim die Erlaubnis im Zimmer zu rauchen, da er fast blind war. Ein Zimmernachbar hatte ihm auf die Zigaretten jeweils eine Kluppe (Wäscheklammer) gesteckt, damit er diese besser halten konnte. Obwohl er damals schwer krank war, hat man ihn nie auch nur mit einem Wort jammern oder klagen gehört.